Die Form wird im Winter gemacht

Wie viele Europäische Läufer fliege auch ich Anfang des Jahres nach Kenia, um dort mit den besten Läufern der Welt zu trainieren. In Iten, auch bekannt als das „Home of Champions“, läuft alles was Rang und Namen hat. Es gibt viele Gründe weshalb dieser Ort so viele Weltmeister hervorgebracht hat.

Ein Grund ist die Höhenlage. Auf 2400m über dem Meeresspiegel ist der Sauerstoffgehalt in der Luft deutlich geringer, und es ist fällt deutlich schwerer, die selben Geschwindigkeiten zu laufen wie auf “Sealevel”. Wenn man nach so einem Höhentrainingslager zurückkommt, fällt es dem Körper deutlich leichter, auf “Normal Null” höhere Geschwindigkeiten zu laufen und vor allem für einen längere Zeit.

Ein zweiter Grund ist das Klima. Im Januar ist es in Deutschland sehr regnerisch und kalt. Anders in Kenia. Angenehme 20-25 Grad Celsius und fast immer Sonne. Vier Wochen mal ohne Handschuhe, Mütze und lange Hosen zu trainieren macht auch einen gehörigen Unterschied!

Ein weiterer sehr wichtiger Grund ist das Profil in Iten. Es gibt keinen Kilometer, der eben ist. Es geht immer hoch und runter! Die Kraftausdauer wird nirgends so sehr geschult wie dort. Das macht es für Europäer umso schwieriger, denn auch in einem vierwöchigen Trainingslager ist die Anpassung für dieses Profil noch lange nicht erfolgt.

Es ist immer wieder beeindruckend, wie die einheimischen Läufer in Gruppen bis zu 200 Läufern immer wieder die Berge hochrennen und dabei immer noch eine gewisse Lockerheit behalten, wenn wir Europäer schon längst nicht mehr mithalten konnten.

WEITERE SAISONPLANUNG

Nach dem Trainingslager in Kenia verweile ich 3 Wochen in Deutschland und fliege Ende Februar wiederum für vier Wochen nach Amerika, genauer gesagt nach Flagstaff im Bundesstaat Arizona.

Der Ort befindet sich ca 90min südlich vom Grand Canyon und liegt auf ca 2200m über dem Meeresspiegel.

Auch dort werde ich wieder unter erschwerter Sauerstoffzufuhr trainieren. Flagstaff liegt auf einer Hochebene, weshalb nicht ganz so viele Anstiege zu erwarten sind. Die Anzahl an intensiven Einheiten im Training steigt im Vergleich zu Kenia. Dazu kommen auch viele längere Läufe über 25 und mehr Kilometer.

In Flagstaff ist die Infrastruktur besser als in Kenia, sodass ich dort neben meinen Laufeinheiten auch viel Rad-Ergo fahren und Aqua-Joggen werde. Anders als viele Marathonläufer verträgt mein Körper nicht so viele Laufkilometer, sodass ich in vielen Einheiten auch auf andere Trainingsmittel ausweiche.

2018 habe ich genau das selbe Prozedere durchlaufen. Im Januar war ich mit einigen anderen Deutschen Läufern in Kenia und den gesamten März dann in Flagstaff.

Frei nach dem Motto:

„Never change a winning team“ machte ich es 2019 genauso und stand im April wieder bei einem Marathon an der Startlinie.

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